usul's posterous http://usul.posterous.com Most recent posts at usul's posterous posterous.com Wed, 22 Jun 2011 05:17:00 -0700 Abenteuer mit Kabel Deutschland Mobile Phone http://usul.posterous.com/abenteuer-mit-kabel-deutschland-mobile-phone http://usul.posterous.com/abenteuer-mit-kabel-deutschland-mobile-phone

Wir sind seit geraumer Zeit zufriedener Kunde bei Kabel Deutschland, beziehen von denen TV (zwangsweise) und Internet (wahlweise, ist aber sehr gut). Ende letzten Jahres haben wir dann für ein Notfallhandy noch einen Mobilfunk-Vertrag abgeschlossen - keine laufenden Kosten, netzinterne Anrufe kostenlos, perfekt. Vertragsdaten, Sim-Karte usw. kamen, ins Handy eingebaut, getestet, einwandfrei. Man musste noch eine Auftragsbestätigung ausfüllen, unterschreiben und zurückschicken. Erste kleine Überraschung: Man konnte diese Bestätigung auch einscannen und per Mail schicken. Haben wir doch glatt gemacht, dankenswerterweise gibt es unter Linux so Tools wie Simple Scan, die gleich fertige PDFs auswerfen.

Danach waren wir sporadisch mit diesem Handy mal unterwegs, ohne es wirklich zu nutzen. Es war halt an und dabei.

Irgendwann die letzten Tage war es dann mal wieder soweit, nach ein paar Wochen Nichtnutzung wurde das Handy mal wieder aufgeladen (ein Arzttermin stand an), und irgendwie kam ich auf die Idee, doch mal testweise rauszutelefonieren.

Es ging nicht.

Es kamen ein paar Töne, ähnlich einem Besetztzeichen, und dann eine sinngemäße Ansage, dass das Rauswählen nicht erlaubt sei. Na prima. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch an ein Netzproblem oder dergleichen. Aus irgendeinem Grund habe ich dann doch mal in der Kundenverwaltung (oder wie nennt man sowas) unter https://mobile.kabeldeutschland.de vorbeigeschaut, und da stand es: Kartenstatus "Nur erreichbar". Keine Erklärung warum, weshalb, wieso, kein Hinweis, was zu tun ist, nichts.

Erste Station natürlich Google. Die offensichtlichen Suchbegriffe aus Anbieternamen und Kartenstatus brachte fast nichts, außer einem Foreneintrag, jemand hatte das gleiche Problem, ein paar geratene Tipps (Rechnung bezahlt etc.), aber keine Lösung des Problems.

Eigentlich hätte keine Rechnungen offen sein können, weil keine Kosten angefallen sind. Trotzdem mal im Webinterface beim Anbieter geschaut - keine offenen Rechnungen. Ah, es gibt ein Infocenter, inklusive FAQ und Suche. Eingabe des Kartenstatus - kein Ergebnis. Manuelles durchblättern der FAQ (wieso kann sowas nicht auf einer Seite sein? So zum Scrollen und mit Ctrl+f durchsuchbar???) brachte natürlich auch nichts.

Nächster Schritt: Hotline anrufen. Die ist natürlich nur bis 20 Uhr besetzt, aktuelle Zeit 21:xxh. Prima.

Spätestens hier war ich gnatzig. Das Problem, was offensichtlich bei Kabel Deutschland bekannt war, aber uns nicht mitgeteilt wurde, war aller Wahrscheinlichkeit nicht bis zum Folgetag lösbar, wenn das Handy gebraucht wurde. Super.

Einzige Option noch: Mail schreiben. Habe ich dann auch getan. Aus Spaß an der Freude habe ich dann auch eine Empfangsbestätigung angefordert, schadet ja nix. Geharnischte Email geschrieben, wie es dazu kommt, das in der FAQ und in den AGBs dazu nichts steht, wieso wir nicht benachrichtigt werden (SMS! Mail! Festnetztelefon! Post!!! So viele Kanäle.). Lustigerweise kam praktisch sofort eine automatische Empfangsbestätigung vom Zielsystem, die Mail war also angekommen.

Das war aber auch alles. Der nächste Tag verging, keine Reaktion, gar nichts. Da der Arzttermin und damit der Grund für das Handy eh schon vorbei war, wollte ich mich abends nicht noch mit der Hotline rumschlagen und habe denen einfach noch mehr Zeit gegeben. Zwischendurch der Check im Webinterface, Kartenstatus nach wie vor "Nur erreichbar".

Als am nächsten Mittag und damit 36h nach Empfang der Supportmailanfrage von Kabel Deutschland Mobile immer noch keine Reaktion darauf erfolgt ist, habe ich mich dann doch mal an die Hotline gewendet.

Kabel Deutschland Hotline

Dankenswerterweise hat Kabel Deutschland eine kostenlose Hotline. Ich war mir zwar nicht sicher, ob die auch für Mobile zuständig waren, aber ein Versuch kostet ja nix. Erstaunlicherweise bekam ich sofort jemanden an die Leitung (zur besten Bürozeit!), der allerdings merkwürdig jung und seltsam unsicher klang. Ich schilderte ihm mein Anliegen und meinte, er müsse mal Rücksprache halten - ohne dass ich schon irgendwelche konkreten Daten wie Kundennummer oder dergleichen preisgegeben habe - sehr verdächtig! Das ungute Gefühl wurde auch gleich bestätigt, man teilte mir nach kurzer Wartezeit mit, der ganze Mobile-Quark (kein O-Ton) sei an/in ein Subunternehmen ausgegliedert - mit eigener Hotline. War wohl der Azubi, dass er für sowas erstmal fragen muss.

Kabel Deutschland Mobile Hotline

Die ist natürlich nicht kostenlos. Wie es sich für eine kostenpflichtige Hotline gehört, auch erstmal eine Runde in der Warteschleife drehen - aber auch nur kurz. Danach nette Dame am Telefon, die auch schon sicherer klingt, scheinbar kein Azubi diesmal.

Nach den üblichen Formalitäten teilte sie mir dann mit, wir hätten die Auftragsbestätigung nicht zurück geschickt. Ich war mir eigentlich recht sicher, dass ich das getan hätte, da ist wohl der Brief verloren gegangen, meinte ich so. Laut ihrer Aussage wird der Kartenstatus dann nach vier Wochen auf "Nur erreichbar" gesetzt, wenn diese Bestätigung nicht eintrudelt. Auf meine Frage, wie man denn mitbekommen soll, dass die Auftragsbestätigung nicht angekommen ist, und wieso da von Seiten Kabel Deutschland nicht nachgehakt wird, wusste sie auch keine Antwort.

Während wir so telefonierten, hatte ich so eine Ahnung, dass ich doch die Bestätigung damals per Mail geschickt hatte, kramte ein bisschen parallel im Postausgang und fand die Mail auch gleich. Das teilte ich ihr mit, inklusive des Datums. Sie fand dann tatsächlich die Email bei sich im System, aber da wäre kein Anhang dran gewesen. Meine naive Frage, warum man da nicht mal nachhaken kann, wenn man eine Email mit im Text versprochenen Anhang bekommt, aber kein Anhang dran ist, konnte sie auch nicht beantworten.

Die Email bei mir im Postausgang hatte natürlich einen Anhang dran, den ich auch problemlos öffnen konnte. Es liegt die Vermutung nahe, dass irgendein Mechanismus bei Kabel Deutschland den Anhang vernichtet hat, Virenscanner oder dergleichen, oder schlimmer, dass deren System nichts mit PDF anfangen kann. Kann aber fast nicht sein.

Ich fragte dann noch, was wir jetzt machen, ich kann die Email ja nochmal schicken. Auf die Frage hin, wie ich es denn mitbekomme, dass es diesmal geklappt hat (oder auch nicht), wusste sie auch keine Antwort. Ich solle die Bestätigung doch lieber per Post schicken. Sie schaltet die Mobilfunknummer aber auch ganz bestimmt jetzt gleich frei, und wenn die Bestätigung da ist, ist das dann auch für immer. Ganz bestimmt!

Schönen Tag noch.

Reload im noch offenen Webinterface: Tatsächlich, Karte ist wieder aktiv. So einfach kann das sein.

Fassen wir zusammen

  • Es ist für Kabel Deutschland Mobile nicht verdächtig, wenn man eine Email mit versprochenem Anhang bekommt, da aber keiner dran ist. Eine Reaktion ist nicht erforderlich, der Kunde muss nicht informiert werden.
  • Eine erkennbare Reaktion ist auch dann nicht erforderlich, wenn die Auftragsbestätigung nicht fristgerecht eintrifft. Es reicht, die Karte teilabzuschalten, der Kunde wird sich schon melden.
  • Wenn eine Supportmail kommt, wird sofort eine automatisierte Empfangsbestätigung verschickt. Das kostet praktisch nichts und macht Hoffnung! Die wirkliche Reaktion kann dann ruhig ein bis zwei Tage warten, auch wenn es an der Hotline praktisch sofort geht.
  • Ein im Webinterface hinterlegter Kartenstatus muss weder irgendwo erklärt werden, noch muss ein Hinweis gegeben werden, wie man diesen ändert.
  • Das Support-Mailpostfach ist eine Blackbox. Man bekommt zwar eine Bestätigung, das etwas eingeworfen wurde, aber weder eine Rückmeldung, wenn etwas geklappt hat, noch, wenn etwas nicht geklappt hat.

Ich werde jetzt die Auftragsbestätigung nochmal ausdrucken und per Snail-Mail hinschicken. Anschließend kann ich entweder per kostenpflichtiger Hotline nachfragen, ob sie denn nun angekommen ist (vermutlich frühestens in einer Woche), oder ich kann in ca. einem Monat nochmal im Webinterface schauen, ob die Karte wieder gesperrt wurde. Das aber kostenlos.

Das ist alles suboptimal.


P.S. Der eigentliche Sinn dieses Beitrags ist es, das Google-Loch zu stopfen, wenn man nach Kabel Deutschland Mobile Phone Kartenstatus Nur erreichbar sucht. Mal schauen, ob das klappt. Wenn diese Informationen auf einfache Art zu finden gewesen wären, hätte ich mir den ganzen Sermon hier sparen können! Selber schuld!

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Tue, 10 May 2011 14:13:00 -0700 Im Tal der Ahnungslosen http://usul.posterous.com/im-tal-der-ahnungslosen http://usul.posterous.com/im-tal-der-ahnungslosen

Drüben bei Frau Kaltmamsell gab es heute mal wieder einen Beitrag, der eine Erinnerungskaskade ausgelöst hat. Man hält die eigene Vergangenheit in der Regel für so banal, dass es niemanden interessiert, aber dank des Internets ist genug Platz für alle und alles, also schreib ich hier mal einfach so runter, was mir heute beim Lesen des verlinkten Textes durch den Kopf ging.

Aufgewachsen bin ich am Rande von Dresden, ein vor Jahrzehnten eingemeindeter Ortskern, es war quasi Dorf, aber mit Stadtanbindung. Best of both worlds. Keine Betonwüste, aber auch keine tote Hose. Als die Wende kam, war ich zwölf, ich glaube, ich habe diese Neuigkeit damals vor der Schule erfahren. "Schon gehört? Die Mauer in Berlin ist offen" - "Hm ja - oh, es ist Einlaß¹ ..." So bedeutend war das in diesem Moment, aber es soll eigentlich um die Zeit davor gehen.

Dresden, müsst ihr wissen, liegt im Tal der Ahnungslosen. Dieser in der Wikipedia vermerkte und damit relevante Begriff steht für die Hardcore-Ossies, die sich noch nicht mal durch illegales Schauen der TV-Sender des imperialistischen Klassenfeindes so etwas wie eine ansatzweise eigene Meinung bilden konnten. Westfernsehen gab es nur im Urlaub, wenn man in günstigere Empfangsgebiete fuhr. Was man von drüben hörte, waren Gerüchte, mehr nicht, und insbesondere als Kind hatte man praktisch überhaupt keinen Plan. Man wusste, was man vom SED-Politbüro halt so eingeimpft bekam, dafür gab's die üblichen Propaganda-Blätter wie die Trommel. So richtig funktioniert hat das aber scheinbar nicht, eigentlich hätte wir Angst haben müssen - vor dem imperialistischen Klassenfeind, der hinter dem antifaschistischen Schutzwall lauerte. Und dann war der Schutzwall weg - hm ja. Oh, Sport fällt aus. War wichtiger.

Was ich sagen will, es gab mindestens zwei Arten von Ossis: Die eine Mehrzahl, die am Tag des Mauerfalls vor ihren Mattscheiben saßen und im Westfernsehen den Mauerfall zeitnah mitbekamen - und die im Tal der Ahnungslosen. Da kam das später an, gedämpfter, unspektakulärer. Das waren wir.

Insgesamt kam mir die DDR als Kind relativ unspektakulär vor, und insbesondere auch irgendwie anders als von anderen Ossis nachträglich berichtet. Wir lebten ruhig vor uns hin, vielleicht auch, weil unsere Eltern viel von uns fern hielten. Alles im nachhinein Merkwürdige war für uns schlicht normal. Es gab halt Westverwandtschaft, die wir selber nicht besuchen konnten, sondern nur unsere Großeltern durften hinfahren. Die Westbekanntschaft schickte auch relativ regelmäßig die berühmten Westpakete - Kaffee für die Geburtstagsfeiern, Schokolade und Matchbox-Autos für die Kinder, Rasierzeug für die Herren - sowas halt. Von Mangel an irgendwelchen Dingen habe ich nichts bemerkt, was aber wahrscheinlich im Nachhinein betrachtet an der recht guten Vernetzung unseres Umfeldes lag: Mutter war Verkäuferin im Konsum - Bananen waren uns sicher, wenn es denn mal welche gab. Der Onkel war Maurer - Baubedarf war gedeckt. Der Nachbar war einer der wenigen privaten Fleischer (der fuhr Wolga - der Mercedes unter den Ost-Autos) - wieder eine Quelle mehr. Alle Familien fuhren Trabi - EIN Auto pro Familie. Wir hatten spektakuläre Pannen mit unserem Trabi: Von einem hochgeschleuderten Stein zerschmetterte Windschutzscheibe, gebrochene Blattfedern - Ersatzteile waren kein Problem, Vater arbeitete im Ersatzteillager. Wochenlang auf Ersatzteile warten? Nicht bei uns. Nur ein Steak pro Nase? Das lohnt doch gar nicht! Stundenlang angestanden und wieder keine Bananen bekommen? Wer ansteht, hat eh schon verloren! Das Heimelektronik wie Fernseher und Kassettenlaufwerke mal so eben mehrere Monatsgehälter teuer war - ist halt so gewesen.

Urlaub - auch so ein Ding. Der Trabi war langsam, Berlin war weit weg. Von Dresden zur Ostsee - als Kind eine gefühlte Weltreise. Das ist ja einmal durch die GANZE DDR! Und bei gefühlt jeder Urlaubsfahrt sind nach ein paar Kilometern Autobahn-Vollgas die Zündkerzen defekt gewesen - macht nix, Mutter hält die Taschenlampe, Vater wechselt die Zündkerzen auf dem Autobahnseitenstreifen. Einsteigen, weiter geht's über Betonplatten mit schönen dicken Fugen - bobomm bobomm bobomm - "Sind wir bald da?" "NEIN"².

Und von der Munition, welche die Russen aus der nahe gelegenen Kaserne auch mal gern in der Pampa verloren haben, damit die dann von uns Kindern gefunden und fachmännisch zerlegt werden kann, darüber erzählen wir ein andermal, gelle?

¹ Keine Ahnung, ob das überall so war, aber es war damals üblich, dass man vor der Schule wartet und so eine viertel Stunde vor Stundenbeginn die Tür aufgeschlossen wurde und alle reingeströmt sind - Einlaß halt. Nicht auszudenken heute, wenn den Kindern da was passiert!!!
² Hier wollte ich jetzt eigentlich ein schönes passendes Fragment aus Shrek2 verlinken - geht aber nicht, Rechtegeschichte, wissenschon. Falls bekannt, bitte jetzt vorstellen.

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Sat, 23 Apr 2011 11:06:48 -0700 Panikmache Elektrofahrräder http://usul.posterous.com/panikmache-elektrofahrrader http://usul.posterous.com/panikmache-elektrofahrrader Die letzte Bastion des klassischen Radios ist bei mir die Küche. Beim Kochen läuft eigentlich grundsätzlich ein Sender, in der Regel MDR Info (außer es läuft gerade mal wieder Fußball ^^). Letztes kam da ein Bericht über den momentanen Boom von Elektrofahrrädern. Der Inhalt grob aus dem Gedächtnis zitiert: Der TÜV oder eine andere Prüfstelle hat mit Elektrofahrrädern Crashtests durchgeführt und dabei bei angeblich mühelos zu erreichenden Geschwindigkeiten von über 40km/h ein tödliches Potential festgestellt.

Nun bin ich selber aktiver Radfahrer (täglich insgesamt 10km Radstrecke quer durch Leipzig) und verfolge die technische und politische Entwicklung rund ums Radfahren am Rande. Der Trend zu Elektrofahrrädern ist mir natürlich nicht entgangen, entsprechend verwundert war ich. 40km/h? Alle mir bekannten Angebote (Werbung) und sonstigen Informationen waren sich in einem Punkt einig: Die Elektrounterstützung bei diesen aufgebohrten Fahrrädern erfolgt bis 25km/h, mehr nicht. Auch die Wikipedia sagt genau das gleiche. Wieso machen die Crashtests bei eigentlich völlig irrelevanten 40+km/h?

Am Ende des Beitrags, quasi im Fazit, kam dann die Auflösung: Natürlich sind die Fahrräder bzw. deren Elektrounterstützung auf 25km/h begrenzt, aber es gäbe angeblich Anleitungen im Internet, wie man diese Beschränkungen umgehen kann. Das glaube ich jetzt mal ungeprüft, es spielt eigentlich keine Rolle.

Heute stolpere ich bei der FAZ über einen Artikel, der quasi in die gleiche Bresche springt. Wieder werden irgendwelche 40km/h schnelle Elektrofahrräder bemüht, die rein rechtlich gesehen schlicht illegal sind, um irgendwelche Bedrohungs- bzw. Gefahrenszenarien zu konstruieren. Dann werden wild irgendwelche rechtliche Aktionen gefordert, neue Gesetze müssen her, um diesen kommenden Wahnsinn vorzubeugen usw.

Was soll der Mist?

Schön sind immer die Details in der Argumentationskette. Da wird z. B. angeführt, dass ein Autofahrer nicht mit so schnellen Radfahrern rechnen würde. Zitat: "Konnte bisher das Tempo eines älteren Menschen auf einem normalen Fahrrad realistischerweise auf etwa 15 km/h taxiert werden, kann er heute dank elektrischen „Rückenwinds“ schon mal mit 40 km/h heranrauschen." Wie soll ich mir einen solchen Autofahrer vorstellen, der einen Verkehrsteilnehmer nach seinem Äußeren einschätzt? "Oh, ein Renter mit Hut. Macht 15km/h" .... "Oh, ein Bugatti Veyron, 400km/h". Ein Autofahrer, der so urteilt, hat ganz andere Probleme.

Überhaupt die angenommen Geschwindigkeiten. Ich bin wirklich kein sehr ambitionierter Fahrer, aber meine Reisegeschwindigkeit auf meinem Specialized Hardrock beträgt 25-30km/h, je nach Lust, Laune und Gegenwind, 40km/h sind bei einem Ampelsprint schnell mal erreicht. Mit solchen Geschwindigkeiten muss man als Autofahrer (der ich auch bin) bei einem Radfahrer rechnen! Und da haben wir noch nicht mal die Rennräder betrachtet ...

Vermutlich ist das wieder so ein deutsches Mentalitätsding: Was neu ist, wird erst Mal auf Gefährlichkeit abgeklopft. Ist es nicht gefährlich genug, biegen wir die Wahrheit etwas: Wir modifizieren einfach die Elektrofahrräder, machen sie damit illegal, und schon sind sie gefährlich.

Deutscher Qualitätsjournalismus - Panikmache in Reinkultur

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Sat, 23 Apr 2011 03:27:57 -0700 Meine Schere http://usul.posterous.com/meine-schere http://usul.posterous.com/meine-schere

Heute bin im Blog der Kaltmamsell über diesen Beitrag gestolpert, es ging unter anderem um Scheren. Hier ist "meine Schere":

Komplett

Bekommen habe ich sie Mitte der 80er Jahre von meinen Eltern zu irgendeinem Anlass, Geburtstag oder Weihnachten. Sie war Teil eines Sezierbestecks (Skalpell, Seziernadeln, Pinzette und halt die Schere), was ich mir als Ergänzung zum kurz davor erhaltenen Mikroskop gewünscht habe. Seziert habe ich natürlich nur Pflanzen, das Rumgeschnippel an Tieren konnte ich schon damals nicht so ganz gut heißen.

Von diesem Sezierbesteck ist bis heute nichts mehr übrig - bis auf diese Schere. Sie leistet mir bis heute treue Dienste, musste noch nie geschliffen werden und schneidet 1a. Allerdings wurde sie von ihrer höheren Aufgabe, der Wissenschaft zu dienen, zur einfachen Allzweckschere degradiert. Das Gelenk hat keinerlei Spiel, ist sogar immer noch fast ein wenig zu straff. Qualitätsarbeit - das Set hat damals glaub ca. 50 DDR-Mark gekostet, was für damalige Verhältnisse eine Menge Holz war (das Mikroskop kam exakt 103 DDR-Mark, weiß ich noch, als wenn es gestern gewesen wäre).

Irgendwie habe ich mich nie darum gekümmert, woher dieses Set genau stammt, aber aufgrund des oben erwähnten Blogeintrags habe ich mal das Internet angeworfen und nach dem erwähnten hier abgebildeten Logo gesucht:

Logo

Wie sich herausstellte, stammt das Set und damit die Schere vom "VEB Kombinat Medizin und Labortechnik", mit dem Kürzel MLW. Wie viele Betriebe aus der DDR-Zeit ist auch dieser aufgegeben worden und verfällt langsam, wie man auf unter anderem auf dieser Seite sehen kann.

Bemerkenswerterweise wohne ich mittlerweile nur ein paar Kilometer von dieser ehemaligen Produktionsstädte entfernt, obwohl ich über 100km entfernt aufwachsen und mit dieser Schere beschenkt worden bin. Eigentlich könnte ich die Schere mal nach fast drei Jahrzehnten "heim" bringen, an den Ort ihrer Entstehung ...

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Tue, 08 Mar 2011 12:31:38 -0800 First! http://usul.posterous.com/first http://usul.posterous.com/first Da in letzter Zeit bei mir manchmal das Bedürfnis auftauchte, etwas
längere Texte ins Internet zu kippen, aber nie der richtige Platz dafür da
war, habe ich mir mal bei Posterous dieses lauschige Plätzchen hier
reserviert. Jetzt habe ich keine Ausrede mehr :) Ob jetzt hier wirklich
mal was sinnvolles kommt, werden wir sehen, der Grundstein ist gelegt.

Schau mer mal!

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